Christustag Bayern: Glaube braucht die missionarische Verkündigung

Rund 1.700 Besucher kamen zu fünf regionalen Treffen


Friede mit Gott ist nur im Glauben an Jesus Christus zu finden. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des vierten bayerischen Christustags, der vom Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC) organisiert wurde. In einer Erklärung zu diesem Tag heißt es: „Angesichts offenkundiger Versuche, die unterschiedlichen Wahrheits- und Heilsansprüche der Religionen als gleich gültig zu erklären, bekennen wir: Nur der Glaube an Jesus Christus rettet, schenkt Vergebung der Sünden und Hoffnung auf das ewige Leben.“ Aus diesem Grund sei auch die missionarische Verkündigung von zentraler Bedeutung.

Der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing machte als Hauptredner beim Christustag in Bayreuth deutlich, dass die entscheidende Frage nicht sei, was Christen glauben, sondern an wen sie glauben – Jesus Christus: „Der Glaube an ihn ist allmächtig, weil ich glauben kann und darf, dass er in allem mächtig ist“, so Rentzing. Auf die Frage, warum die Kirchen immer leerer würden, antwortete der sächsische Landesbischof, er fürchte, viele Christen seien schläfrig geworden: „Wir können von den jungen Kirchen lernen, die von einer großen Leidenschaft für Christus geprägt sind.“ Sie seien von Christus erfüllt, was sich auch darin zeige, dass sie sich persönlich mehr um Arme und Schwache kümmerten. Rentzing betonte freilich, dass er in der aktuellen Glaubenskrise auch eine Chance sehe, „dass wir uns neu für die Tiefe unseres Glaubens besinnen“.



 Landesbischof Dr. Carsten Rentzing


Dekan Till Roth

Der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth (Lohr am Main) rief beim Christustag in Lauf an der Pegnitz dazu auf, die Glaubensvermittlung ins Zentrum allen kirchlichen Handelns zu stellen: Gemeindemitglieder müssten gestärkt und dazu ausgebildet werden, um in ihrem persönlichen Umfeld vom Glauben zu sprechen. Evangelistisch begabte Menschen seien aber auch als Hauptamtliche in der Kirche wichtig.


Den Glauben in den Alltag hineinzunehmen – dazu rief in Wieseth im Dekanat Feuchtwangen der mittelfränkische Polizeivizepräsident Roman Fertinger auf. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, ging in seinem Vortrag auf den Anschlag in Las Vegas ein. Der tiefe Grund für Streit, Hass und Krieg liege darin, dass der Mensch seine Mitte, die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, verloren habe. Darum sei es geradezu verrückt, das Kreuz als Symbol dafür, dass Gott mit den Menschen Frieden gemacht habe, aus der Öffentlichkeit zu verbannen.


Der ehemalige Sprecher des ABC, Dr. Wolfhart Schlichting, betonte bei seiner Predigt in der Regensburger Neupfarrkirche, der reformatorische Gedanke, dass der Friede allein im Glauben an Jesus zu finden sei, sei nicht abgrenzend zu verstehen: Niemand sei von der Liebe Gottes ausgeschlossen, in Christus werde das Trennende überwunden: „Hier findet eine Menschheitsverbrüderung statt, in der z.B. Muslime und Agnostiker „allzumal Einer in Christus“ werden können“, so Schlichting.

Auf diesen Aspekt machte beim Christustag in München auch Pastor Igor Swiderski von der Messianisch-Jüdischen Gemeinde aufmerksam: Im Neuen Testament werde deutlich, dass der Glaube an Jesus Juden mit Nichtjuden verbinde, weil Jesus selbst der Friede in Person sei.


Der Tübinger Theologieprofessor Dr. Hans-Joachim Eckstein, der in Bayreuth und Lauf sprach, ging u.a. auf die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Erfahrung ein. Ein Glaube, der sich an Gottes Liebe orientiere, frage weniger nach der eigenen Erfahrung als vielmehr danach, wie der eigene Glaube für andere erfahrbar gemacht werden könne. Insofern zeige sich ein starker Glaube vor allem darin, sich Schwachen zuzuwenden, auf Fragende einzugehen Zweifelnde zu begleiten und Unsichere zu ermutigen.



Der Christustag Bayern fand zum vierten Mal nach 2012, 2014 und 2015 statt. Zu den Veranstaltungen an den fünf Veranstaltungsorten kamen rund 1.700 Besucherinnen und Besucher, die meisten davon nach Bayreuth (rund 600) sowie nach Wieseth im Dekanat Feuchtwangen (rund 500). In Wieseth fand auch ein gut besuchter Kinder-Familien-Mitmach-Gottesdienst mit dem Liedermacher und Pfarrer Johannes Roth statt.